Besuch in Columbia

Am 02.10.09, um 06.30 Uhr, starteten 35 Teilnehmer erwartungsfroh zum diesjährigen Besuch unserer Partnerstadt. Von Frankfurt flog die Maschine über Detroit nach St. Louis. Dort wurde die Gruppe vom Vorstand von Sister Cities of Columbia in Empfang genommen. Mit dem Bus ging es dann in Richtung Columbia. Weitere 7 Personen waren schon vorher in die USA geflogen und trafen fast zeitgleich in Columbia ein, sodass Gedern mit 42 Personen, davon 21 Erstbesucher, bei den Feierlichkeiten zum 150jährigen Bestehen Columbias vertreten war.

Hello Columbia!

Am Ortseingang Columbias wurde der Bus von Polizei und Feuerwehr empfangen und mit Sirenengeheul zur Turnhalle der „Immaculate Conception School“ begleitet. Nach herzlicher Begrüßung durch Ingrid Soraghan, Vorsitzende des dortigen Vereins, konnten sich die Teilnehmer am Buffet stärken. Bei Musik des St. Paul UCC Orchestra wurden erste Gespräche geführt. Im Anschluss erhielten die Gäste eine Mappe mit dem Plan und Hinweisen für die nächsten Tage sowie ein Namensschild. Nach und nach verließen die Teilnehmer die Halle mit ihren Gastgebern. Die lange Reisezeit hatte alle geschafft.

Der nächste Tag begann mit dem Besuch eines Baseball-Spiels der St. Louis Cardinals gegen die Milwaukee Brewers, das St. Louis leider mit 4:5 verlor. Am Abend wurde die Delegation Gederns offiziell begrüßt. Viele Teilnehmer hatten sich gemäß dem Motto „Oktoberfest“ entsprechend gekleidet. Mit den Nationalhymnen beider Länder wurde der Abend in der ausverkauften „Turner Hall“ eröffnet. Im Namen der Stadt Gedern überbrachte Bürgermeister Stefan Betz die herzlichsten Glückwünsche zum Jubiläum und übergab ein Gemälde des Gederner Schlosses an seinen Amtskollegen Kevin Hutchinson. Das Gemälde wurde vom Gederner Künstler Horst Kissel gestaltet.

Uwe Bergheimer bedankte sich für die Einladung und überbrachte die Glückwünsche unseres Vereins. Er überreichte Kevin Hutchinson eine Luftbildaufnahme Gederns. Anschließend spielte die Band „die Spitzbuam“ zum Tanz auf. Natürlich gab es am Oktoberfest auch bayrisches Bier, Bratwurst und Sauerkraut.

Der Sonntag (4.10.) stand ganz im Zeichen des „Columbia Festifall“, einer Freiluftveranstaltung im Metter-Park, mit Ständen und Buden und jeder Menge Musik. Bei strahlendem Sonnenschein konnten die Besucher einige Indianertänze erleben, der Tanzgruppe „Cloggers“ zusehen und zur tollen Musik der „Smashband“ tanzen. Interessantes am Rande: Die Smashband hatte eine Gebärdendolmetscherin mitgebracht, die alle Liedtexte in Gebärdensprache übersetzte.

Der Montag lud zur Shopping-Tour ein. Am Abend fand eine Party im “Tequila Mexican Restaurant“ statt. Alle Besucher wurden mit Sombrero und Schnurbart versehen und mexikanische Musik unterhielt die Leute. Bei Margarithas und Tequila verbrachten alle einen schönen Abend.

Fast alle Gederner fanden sich am Morgen des 06.10. zur 2-tägigen Fahrt nach Nashville ein. Nach einer fast 6stündigen Busfahrt im strömenden Regen erreichte die Gruppe die Hauptstadt der Country- und Westernmusik im Bundesstaat Tennessee. Nach einem Essen im Restaurant "Jack Danieles" unter der Kuppel des Gaylord Opryland Hotels wurden im Marriott Hotel Courtyard in der Mitte Nashvilles die Zimmer bezogen. Das Abendessen wurde im Wildhorse-Saloon bei Countrymusik und Line Dance eingenommen. Anschließend erkundete jeder auf eigene Faust die Stadt, in der der Begriff „Live Musik“ eine besondere Bedeutung hat. Jeden Tag spielen unzählige Bands in einer der vielen Bars Countrymusik nonstop.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen stand der Besuch des Ryman-Auditoriums auf dem Programm. Das Gebäude wurde in 1892 nach 7jähriger Bauzeit fertiggestellt und nach Thomas Ryman, dem Erbauer benannt. Von 1943 bis 1974 wurde es unter dem Namen „Grand Ole Opry“ weltbekannt. Jeder Countrymusiker, der etwas auf sich hielt, musste hier aufgetreten sein. Nachdem in 1974 der Umzug in das neue errichtete „Grand Ole Opry House“ erfolgte stand das Gebäude bis 1994 leer und wurde dann unter seinem alten Namen „Ryman Auditorium“ wieder eröffnet.

Danach besuchte die Gruppe die „Country Music Hall of Fame and Museum“. Hier konnte sich jeder über die Stars der Countrymusik-Szene ausführlich informieren.

Bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein wurde der Rückweg nach Columbia angetreten wo der Tag mit einer Bier- und Pizza-Party auf dem Anwesen der Familie von Dan Duffy zu Ende ging.

Am 08.10. besuchte die Gruppe den „Gateway Arch“, das Wahrzeichen von St. Louis. Leider war der Tag verregnet, sodass ein Blick in die Weite des Landes durch tiefhängende Wolken nicht möglich war. Beim Blick aus den Fenstern konnte man Wolken beobachten, die durch den Bogen zogen. Alle Teilnehmer waren von der Konstruktion des Bogens beeindruckt. Insbesondere der Aufzug und dessen       Funktionsweise erzeugte allgemeines Erstaunen. Gegen Abend begann eine traumhafte Fahrt mit einem Raddampfer auf dem Mississippi. Bei Livemusik und kühlen Getränken wurde fleißig getanzt. 

Der Freitag war zum Ausruhen vorgesehen. Nachmittags begann ein Barbecque in „Herbecks Area“, einem Privatgelände am Rande Columbias mit einem wunderschönen Badesee und mehreren Grillstationen. Bei Musik der „Sofakings“ wurde fast 6 Stunden lang gegrillt, gefeiert und sich mit vielen Einwohnern Columbias unterhalten.

Am Samstagmorgen begann das Kofferpacken. Die Gewichtsbegrenzung auf 23 kg, begrenzt auf einen Koffer, stellte einige der Teilnehmer vor größere Probleme. Die Vorstandmitglieder beider Vereine trafen sich zur gemeinsamen Vorstandsitzung. Hier wurde auch der Termin für einen Gegenbesuch festgelegt. In zwei Jahren soll die Gruppe aus Columbia in der zweiten Septemberhälfte  nach Gedern kommen. Abends fand in der „Turner Hall“ die Abschiedsveranstaltung unter dem Motto „Beach Party“ statt. Die Gruppe war beeindruckt von der wundervollen karibischen Dekoration des Saales, ausgestattet mit Strandbar und Palmen. Bevor die eigentliche Party losging bedankte sich Ingrid Soraghan bei allen Vorstandmitgliedern, Gastgebern, Helfern und Sponsoren.Uwe Bergheimer bedankte sich seinerseits bei Ingrid Soraghan für das tolle Programm während des Aufenthaltes und den Gastgebern für die tolle Beherbergung. Er überreichte das obligatorische Photoalbum samt Gästebuch in dem man nur positive Anmerkungen der Reiseteilnehmer nachlesen konnte. Danach lud er die „Columbianer“ offiziell zum Gegenbesuch in 2011 nach Gedern ein.Kevin Strerath skizzierte auf humorvolle Weise noch einmal den Besuch, bevor Almuth Zinn unter Klavierbegleitung durch Bürgermeister Stefan Betz zwei Lieder sang. Anschließend spielte die „Functionband“ zum Tanz auf. Kurioserweise hatte der Schlagzeuger der Band allerdings das Problem, dass er nach Columbia, Missouri, gefahren war und dort vergeblich auf seine Musikerkollegen wartete. Nachdem er telefonisch über seinen Auftritt in Columbia, Illinois, informiert wurde, hatte er eine gut 2 1/2stündige Fahrt vor sich und kam dadurch ca. 90 Minuten zu spät in Columbia an, was für Heiterkeit sorgte, den Programmablauf aber nicht weiter behinderte.

Am Sonntag (11.10.09) gab es nur noch einen Programmpunkt, nämlich „der Heimflug“. Nach dem Frühstück trafen sich alle noch einmal auf dem Parkplatz der „Turner Hall“ um sich voneinander zu verabschieden. Die eine oder andere Träne blieb dabei nicht verborgen. Viele Zusagen für den Gegenbesuch in zwei Jahren wurden hier schon gegeben.

See you in Gedern in 2011

Gegen 10.00 Uhr startete der Bus in Richtung Flughafen St. Louis. Beim Check-in gab es dann noch das eine oder andere Gewichtsproblem bei den Koffern. (Man glaubt ja nicht, wie wenig 50 amerikanische Pfund sind ;-)) Dies wurde aber von den Reiseteilnehmern souverän gelöst so dass keine Mehrkosten wegen Übergepäck zu zahlen waren. Die Verabschiedung von den Vorstandsmitgliedern fiel hier dann besonders schwer. Als die Maschine in Richtung Detroit abhob waren alle Teilnehmer der Meinung: „Schade, dass es schon zu Ende ist“. Nach der Zwischenlandung in Detroit ging es ohne Probleme weiter nach Frankfurt und von dort mit einem Bus nach Gedern. Am Montag, den 12.10.09, gegen 09.30 Uhr endete eine Reise mit wunderbaren Erinnerungen.

Uwe Bergheimer