20-jähriges Jubiläum

Grußworte zum 20jährigen Bestehen der Verschwisterung zwischen Gedern und Columbia

 

1. Grußwort des Vorsitzenden

Der Beginn der Partnerschaft und seine Entwicklung

Als am 06. Mai 1991 Robert Schäfer und Marylin Harres im Gederner Rathaus beim damaligen Bürgermeister Rainer Schwarz vorstellig wurden und nach den Spuren ihrer Vorfahren, die 1842 mit den Bewohnern von Wernings nach Amerika ausgewandert waren, suchten, konnte niemand ahnen, wie erfolgreich sich die Städtepartnerschaft zwischen Gedern und Columbia entwickeln würde.

Mit dem Besuch einer 11-köpfigen Delegation im November 1991 in Columbia wurde das angestoßen, was später zur Verschwisterung führte.

Am 01.Oktober 1992 trafen sich 47 Interessierte in der Aula der Gesamtschule Gedern und gründeten den Verschwisterungsverein Gedern, BRD/Columbia, USA e.V.

Zur Vorsitzenden wurde Barbara Gundlach gewählt, ihr Vertreter wurde Pfarrer Christian Gottschick.

Im Frühjahr 1993 traf man sich in Columbia zu offiziellen Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde im Beisein der Schüler der Gesamtschule Gedern, die zum ersten Schüleraustausch mit der Columbia High School angereist waren.  

Seitdem finden gegenseitige Besuche im 2-jährigen Wechsel statt, die Schulen beider Städte tauschen im jährlichen Wechsel Schüler aus.

Im Jahr 1994 übernahm Klaus Neunert das Amt des 2. Vorsitzenden von Christian Gottschick.

Nach langen Gesprächen mit den Verantwortlichen der Stadt Gedern konnte im Juni 1995 der „Columbia-Platz“ in Gedern eingeweiht werden.

Die folgenden Jahre waren geprägt von intensiven Bemühungen, die Partnerschaft auszubauen. So entstanden sehr gute Kontakte zwischen den Feuerwehren beider Städte. Treibende Kraft aus Gederner Sicht war der damalige Stadtbrandinspektor Klaus Neunert. 

Die Besuche in Columbia wurden sowohl von den Stolberger Buwe (1993 und 1997) als auch von den Seementaler Musikanten (1998 und 2002) begleitet.

Ein einschneidendes Ereignis im Vereinsleben war zweifellos der Anschlag auf das WTC im September 2001. Mit einer Kondolenzliste gedachten die Gederner Einwohner den Opfern des Anschlages. Die für Oktober 2001 geplante Reise einer Gruppe aus Gedern in die Partnerstadt wurde kurzfristig abgesagt und in den Juli 2002 verschoben.  

Im Oktober 2002 feierte der Verschwisterungsverein Gedern/Columbia e.V. sein 10-jähriges Bestehen mit einer Feierstunde im Wappensaal des Gederner Schlosses. 

Die Feierlichkeiten zum 10. Jahrestag der Unterzeichnung der Partnerurkunden fanden im Rahmen des Besuches der Columbia-Delegation im Juni 2003 statt.

Im März 2004 gab es einen Wechsel an der Vereinsspitze. Klaus Neunert wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt und löste damit Barbara Gundlach ab.

Zum 2. Vorsitzenden wurde Uwe Bergheimer gewählt. Barbara Gundlach wurde Ehrenvorsitzende. 

Die Partnerschaft beider Städte entwickelt sich sehr gut. Immer öfter kommen Bewohner Columbias außerhalb der regulären Besuchstermine nach Gedern.

Gederner Bürger führen private Besuche „ihrer“ Partnerstadt Columbia durch. Der Schüleraustausch entwickelt sich ebenfalls gut. Mittlerweile gehört es zur Normalität, dass jährlich mindestens 1 Schüler/in die Columbia High School für ein komplettes Schuljahr besucht. 

In 2008 wird Uwe Bergheimer zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt, da Klaus Neunert sein Amt krankheitsbedingt niederlegte. Neuer 2. Vorsitzender wurde Pfarrer Kurt Johann, der dieses Amt ein Jahr später aus zeitlichen Gründen wieder beendete. Auf der Mitgliederversammlung wurde Kevin Strerath zum neuen 2. Vorsitzenden gewählt. Seitdem besteht der gesamte Vorstand des Vereins, neben den beiden Vorsitzenden, aus folgenden Mitgliedern:

Schriftführer: Andreas Heuser                      Kassierer: Klaus Döll                          Beisitzer: Hildegard Bock-Schubert, Volker Behr, Werner Herröder, Klaus Hein 

Der Verschwisterungsverein Gedern/Columbia e.V. hat derzeit 250 Mitglieder  (Stand: 30.06.2012).

 

Herzlichen Glückwunsch

Ich selbst bin Gründungsmitglied  des Verschwisterungsvereins und konnte somit die Entwicklung in den letzten 20 Jahren mit verfolgen. Ich bin erstaunt und erfreut zugleich, wie die Schüler beider Schulen den Schüleraustausch betreiben. Schließlich bilden sie durch ihr Engagement die Grundlage zur Weiterführung der Vereine beider Städte.
Auch die rege Teilnahme an den Besuchen der Erwachsenengruppen zeigt, dass die Partnerschaft lebendig gelebt wird. Wir freuen uns schon auf den Besuch im Mai 2013.

Ich wünsche der Städtepartnerschaft Gedern/Columbia zum 20.Geburtstag alles Gute und gratuliere hierzu herzlich.

Uwe Bergheimer, Vorsitzender Verschwisterungsverein Gedern/Columbia e.V.

 

2. Grußwort der Feuerwehr Gedern

Die Freiwillige Feuerwehr Gedern war eine der ersten Gruppen aus Gedern, die mit dem Verschwisterungsverein Gedern/Columbia die Reise in die Partnerstadt der USA begleiten durfte.

Unter Federführung des damaligen Feuerwehrchef Klaus Neunert startete eine lange Reise  einer 16 köpfige Gruppe in die Partnerstadt Columbia.

Noch nicht in Columbia angekommen, staunten einige Feuerwehrleute schon, denn kurz vor Einfahrt in die Stadt wurde der Bus von einem chromglänzenden und an allen Möglichkeiten blinkenden Feuerwehrfahrzeug im Empfang genommen.

Nach der offiziellen Begrüßung wurde die Unterkunft im Fire Department Columbia bezogen. Anschließend wurden das Haus und die Umgebung erkundet und erste Eindrücke aus „Amerika“ gesammelt. Besonders in Augenschein genommen wurden die in der Fahrzeughalle stehenden großen Feuerwehrfahrzeuge. Das ein oder andere Gerät konnte noch am selben Abend ausprobiert werden.

In den nächsten Tagen wurden dann Kontakte geknüpft und es bauten sich nach und nach Freundschaften auf. Es standen weitere Veranstaltungen an, die den Leuten bis heute noch in schöner Erinnerung geblieben sind.

Es wurde unter anderem  ein Footballspiel der Rams besucht, eine Dampferfahrt auf dem Mississippi unternommen, es ging zum Saugrillen auf eine Farm, oder zum Shoppen ins Union Station.

Eine besondere Veranstaltung war das Fest im Fire Department Columbia. Hier wurden unter anderem einige Gaudi-Spiele durchgeführt. In Mannschaften aufgeteilt musste gegeneinander angetreten werden. Auch die Gederner Feuerwehr hatte einige Spiele parat die die Columbianer so nicht kannten, aber mit Freude und unter großem Gelächter durchführten.

Eine schöne Zeit ging für alle zu schnell zu Ende. Aber alle waren sich sicher „hier werden wir wieder her kommen“.

Bis heute haben einige ihren Besuch in der schönen Partnerstadt Columbia wiederholt.

Einige Freundschaften sind entstanden und bis heute aufrecht gehalten. 

Es ist schön zu wissen, Freunde auf der anderen Seite des großen Teichs zu haben. 

Maic Neunert, Wehrführer Feuerwehr Gedern

 

3. Grußwort der Seementaler Musikanten

USA Reise 1998 

Nun, wenn ich die Zeit so Revue passieren lasse, ist es ja schon 15 Jahre her, obwohl es mir vorkommt, es sei gestern gewesen. Ich versuche mal, die Zeit damals nochmals wiederaufleben zu lassen und mich an meinen, für mich ersten, Besuch in den USA zu erinnern. 

Als die Anfrage über den Verschwisterungsverein Columbia an die Seementaler Musikanten kam, an einer Reise in die Partnerstadt teilzunehmen, wurde diese von allen Musikanten mit unterschiedlichen Gefühlen aufgenommen. Diese schwankten zwischen „Nein, da muss ich ja fliegen“ bis hin zu „ich bin sofort dabei“. 

Auch unser Gründer Herbert Beyer, der leider den Besuch nicht mehr miterleben durfte, hatte eine Operation noch so durchführen lassen wollen, dass er im August des Jahres 1998 noch an der Reise teilnehmen konnte. Leider sollte es ja nicht mehr dazu kommen, was die Teilnahme der Seementaler Musikanten an der Reise nicht unbedingt erleichterte.  

Trotzdem verblieb eine spielfähige Truppe, die gerade auch aus dem Grund des plötzlichen Todes unseres Gründers und Dirigenten schlussendlich die Reise mitmachen wollte, denn Herbert wollte ja selbst dabei sein..... 

Unter anderem nahm auch unser ältester aktiver Musikant, Reinhold Sauerwein, im stattlichen Alter von damals 66 Jahren, an der Reise teil, von der er heute noch, im Alter von fast 81, immer noch gerne berichtet. 

Für diejenigen, die bisher noch nicht via Flugzeug verreist waren, gab es daher noch viel zu tun. Reisepässe mussten besorgt, Dollars, Reiseschecks oder Kreditkarten beantragt werden usw.  Schlussendlich mussten ja auch die Instrumente, die größere Ausmaße hatten, bruchsicher in den Futteralen verstaut und entsprechend gekennzeichnet werden. 

Die meisten von uns Musikanten waren tatsächlich noch nicht geflogen, und als wir dann in Frankfurt eincheckten, dürfte doch dem ein oder anderen etwas mulmig gewesen sein. 

Nach einem anstrengenden Flug nach Chicago, unserem ersten Zwischenstopp nach dem Transatlantikflug, ging es dann weiter nach St. Louis. Manchem Musiker ist der „flatterige“ Zustand der Inlandsmaschine sicherlich noch in Erinnerung, die doch einen etwas anderen Standard aufwies als die Atlantikmaschine.  

Nach der Ankunft durften wir Bekanntschaft mit unseren Gastgebern schließen, die uns nun die folgenden 10 Tage bei sich untergebracht hatten. Mein Bruder und ich selbst waren seinerzeit bei Emil Bubash in St. Louis untergebracht, welcher leider auch bereits verstarb.  

Waren wir zunächst etwas enttäuscht, dass wir so weit vom Rest der Musikanten untergebracht waren, stellte sich heraus, dass der nette alte Herr ein toller Gastgeber war, unsere Interessen wie z.B. natürlich Musik, kommentierte er, dass er selbst einmal „Baritone and Trombone-Player“ war, und meinem Tenorhorn entlockte er trotz jahrelanger Pause immer noch beachtliche Melodien – nein, auch unser weiteres Steckenpferd wie Oldtimertraktoren wusste er mit seinem alten Ford „Model A“ zu begeistern.  

Es schlossen sich unter anderem Ausflüge zu bekannten Oldtimerfreunden an, oder auch zu einem Organisten am St. Louis Theater, Stan Kann, usw., sodass uns auch in der Freizeit, in der wir nicht aufzuspielen hatten, nicht langweilig wurde.

Schlussendlich zauberte er auch beim Grillen im Garten mit reichlich Stag Beer eine Barbecue-Sauce, die Ihresgleichen sucht...
Das aber ist eine andere Geschichte, die jeder der Teilnehmer individuell bei seiner Gastfamilie erlebt hat.
 

Während der 10 Tage durften wir Musikanten an verschiedenen offiziellen Teilen der Verschwisterungsfeierlichkeiten teilnehmen, unter anderem an der Begrüßungsfeier in der City Hall in Columbia, oder auch an Feierlichkeiten bei der Feuerwehr in Columbia, die immer für gute Partys mit reichlich Barbecue und Bier sorgte, sowie ein Konzert in Rosie's Bar in New Athens geben. 

Ansonsten bot uns das Land der unbegrenzten Möglichkeiten natürlich viel Ungewohntes! 

Getränke holt man sich ohne groß danach zu fragen selbst aus dem Kühlschrank.

Zu jedem Getränk gibt es Eiswürfel, die im hauseigenen Kühlschrank produziert werden. 

Lastkraftwagen überholen Autos auf der Autobahn, wo gibt es das denn?  

Fastfood, das gibt’s doch nur von McDonald's und Burger King? Weit gefehlt !  

So viele Kleinigkeiten, die mich heute noch zum Schmunzeln bringen. 

An Gemeinschaftsprogramm hatten unsere Gastgeber neben den Konzertabenden auch sonst noch einiges zu bieten, unter anderem die Besichtigung des Gateway to the West - des „Arch“, sowie einen Shopping-Ausflug zur Union Station, eine Besichtigung der „Anheuser-Busch“-Brauerei in St. Louis oder auch die Grabhügel bzw. Indianerstadt „Cahokia Mounds“. 

Ich denke, dass ich für alle der Seementaler Musikanten spreche, wenn ich sage, dass uns insbesondere die Herzlichkeit unserer Gastgeber in Erinnerung geblieben ist, die uns während der Tage beherbergten und auch bereitwillig jede „Autostrecke“, und wäre sie noch so weit gewesen, für uns zurücklegten, denn, in den USA wird nicht in Kilometern oder Meilen gerechnet, sondern, wie wir lernen mussten, in Minuten oder Stunden.  

Zu guter Letzt stellte auch die Sprachbarriere keine Probleme dar, es war für uns immer wieder erstaunlich, dass die deutsche Sprache doch immer noch gepflegt wurde, sodass auch unser Reinhold keine wesentlichen Probleme mit der Verständigung hatte. 

Für einige der Musikanten war klar, dass der Besuch in 1998 nicht der letzte war. So sahen wir uns im Jahre 2002 fast alle wieder. 

Ich darf daher im Namen der Seementaler Musikanten allen Verantwortlichen der Sister Cities, die die Reisen in 1998 und 2002 möglich gemacht hatten, nochmals meinen Dank aussprechen und wünsche den Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum einen guten Verlauf.

Marko Fidorski, Seementaler Musikanten